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Beitrag veröffentlicht am 05.06.2020 | Verena Küpperbusch

Resilienz: Das psychische Immunsystem

Wenn es Menschen gelingt, ihre psychische Gesundheit während belastender Erlebnisse zu bewahren, bezeichnet man das als Resilienz. Oder sie schaffen es, nach dem Durchleben von Stresssituationen, die psychische Gesundheit schnell wiederherzustellen. Auch das ist Resilienz. Manchen Menschen gelingt das bewundernswert leicht – andere wirft schon eine vergleichsweise alltägliche Belastung aus der Bahn. Woran liegt es, dass wir alle so unterschiedlich mit Resilienz ausgestattet sind?

Forschung zur Resilienz

Bisher ist es der Forschung noch nicht gelungen, eindeutige Faktoren zu finden, mit denen sich die Resilienz einer Person messen ließe. Trotzdem gibt es einige Eigenschaften und Fähigkeiten, die über mehrere Studien hinweg wesentlichen Einfluss darauf hatten, wie gut es Probanden gelungen ist, Stress oder traumatische Lebensereignisse zu verkraften.

Lässt sich Resilienz erlernen?

Die Antwort ist ein klares jein 😉 Manche der Eigenschaften und Fähigkeiten, die unsere Resilienz stärken, sind angeboren. Andere eignen wir uns im Laufe unseres Lebens an. Keine ist jedoch statisch und bleibt über den gesamten Verlauf des Lebens gleich. Unsere Eigenschaften und Fähigkeiten können wir weiterentwickeln: Indem wir lernen und uns unseren Lebensbedingungen anpassen. Dabei erleben wir, was für uns persönlich gut funktioniert. Auch wenn sich Resilienz nicht einfach so erlernen lässt, lohnt es sich, den Blick einmal auf die besonderen Einflussfaktoren zu lenken:

Soziale Unterstützung fördert die Resilienz

Soziale Unterstützung ist besonders wichtig, um die psychische Widerstandskraft während und nach belastenden Lebensereignissen zu schützen. In vielen Studien wurde sie als zentraler Aspekt bestätigt. Unterschiedliche soziale Kontakte können dabei auf verschiedene Arten helfen: So kann die eigene Familie Liebe und Zugehörigkeit vermitteln. Das Gespräch im Freundeskreis gibt Sicherheit und Anerkennung. Und ein professionelles Coaching liefert Informationen und praktisches Know-how.

Emotionale Stabilität als Grundlage der Resilienz

Je weniger wir dazu neigen, auf unerwartete Schicksalsschläge ängstlich und unsicher zu reagieren, desto leichter gelingt es uns, sie zu bewältigen. Wer es schafft, sie zu akzeptieren und sich auf die Suche nach einer guten Lösung macht, hat bessere Chancen, trotz Belastungen psychisch gesund zu bleiben, als jemand, der erstmal den Kopf in den Sand stecken möchte. Sollte einer guten Lösung dabei ein Konflikt im Wege stehen, kann eine Mediation helfen.

Optimismus

Eine Lebensauffassung mit einer heiteren, zuversichtlichen und lebensbejahenden Grundhaltung, die in allem die besten Seiten entdeckt, ist eine zusätzliche Unterstützung für die psychische Widerstandsfähigkeit. Wer optimistisch ist, hat positive Erwartungen an die Zukunft, auch wenn mal dunkle Wolken aufziehen. Manchmal hilft es, für einen etwas optimistischeren Blick auf die Dinge, einen neuen Blickwinkel einzunehmen: Zum Beispiel von außen – durch eine Dritte Person, die den Dingen eine neue Bedeutung zumisst oder andere Details in den Vordergrund rückt.

Bildung und Intelligenz

Lernen ist ein lebenslanger Prozess. Immer wieder gibt es Neues zu entdecken und das Leben zwingt uns, uns auf neue Bedingungen einzustellen. Nicht umsonst sagt man im Volksmund: „Man wird alt wie ’ne Kuh und lernt immer noch dazu!“ Bei Wissen, das uns unmittelbar nutzt, macht uns das dauerhafte Lernen sogar Spaß. Es erleichtert uns das Leben und wir fühlen uns besser. Und je mehr Wissen und Erfahrungen wir haben, desto größer ist die Chance, ein Problem zu lösen.

Warum also nicht den Versuch wagen und zu neuen Ufern aufbrechen?!