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Beitrag veröffentlicht am 15.05.2020 | Verena Küpperbusch

Informationen – die Währung unserer Zeit

Informationen besitzen einen ganz besonderen Wert: Sie bringen uns neue Erkenntnisse, die wir für uns nutzen können. Sie sind ein intellektuelles Gut, das sich nicht abnutzt – aber fortlaufend aktualisiert werden muss. Dazu brauchen wir wiederum neue Informationen. Dabei lassen sich Informationen schnell und preiswert verbreiten und unser Hunger nach Informationen wächst immer weiter.

Informationen auswählen

Um in der Informationsflut den Überblick zu behalten, müssen wir zuverlässige Informationen sorgfältig auswählen. Große Mengen von Informationen erhalten wir bereits über die Medien. Viele jedoch auch über andere Kanäle und soziale Netzwerke wie Facebook, YouTube und Co. Dabei gilt es zu hinterfragen, inwieweit sowohl die Quelle als auch die Informationen zuverlässig sind.

Komplexe Themen haben keine einfachen Lösungen

Das Prüfen von Informationen und Quellen braucht ein bisschen Zeit. Manchmal verunsichert es auch ein wenig und wir fühlen uns hin und her gerissen zwischen widersprüchlichen Informationen. Viele Menschen können solche Unsicherheit und Ambivalenzen jedoch nicht gut aushalten. Sie neigen dann leichter dazu, dem spontanen Impuls zu folgen, dass an einer Information schon etwas dran sein wird. Leider ist der spontane Impuls in dieser Situation aber ein schlechter Ratgeber.

Sich selber schützen

Um nicht auf krude Ideen hereinzufallen oder in unserer eigenen Filterblase von wichtigen Informationen abgeschnitten zu werden, müssen wir neue Informationen kritisch prüfen und am besten mehrere unabhängige Quellen zu Rate ziehen. Eine einfache Erklärung, die unser ganzes Leben als eine große Lüge deutet und eine existentielle Bedrohung durch dunkle Mächte orakelt, ist dann schnell als Verschwörungstheorie entlarvt. Schwieriger wird es bei weniger offensichtlichen Falschinformationen.

Falsche Informationen

Eine falsche Information kann schon dadurch in die Welt gelangen, dass eine Person ihre Information missverständlich weitergibt. Wer die Nachricht empfängt, versteht also etwas ganz anderes als gemeint war. Solche Missverständnisse lassen sich nur durch Nachfragen ausräumen. Wenn uns etwas komisch vorkommt, sollten wir daher prüfen, ob wir wirklich alles richtig verstanden haben. Tut man das nicht, können Missverständnisse daraus entstehen. Im schlimmsten Fall wird sogar ein echter Konflikt aus ihnen. Aber nicht alle falschen Informationen kommen aus Versehen in die Welt. Manche werden auch ganz gezielt gestreut.

Gezielte Desinformation

Bei einer Lüge verbreitet eine Person ganz bewusst etwas Falsches, um andere zu täuschen. Das kann die kleine Notlüge sein, wie: „Nein, das letzte Kuchenstück habe ich nicht aufgegessen!“ 😉 Das kann aber auch eine Lüge vor Gericht sein, um ein milderes Urteil zu erwirken. Wer eine Lüge aufzudecken versucht, sollte sich also fragen: Wer profitiert von ihr?

Manchmal täuschen Personen auch bestimmtes Wissen oder besondere Fähigkeiten vor: Zum Beispiel sogenannte Quacksalber, die schon im Mittelalter mit obskuren Mitteln oder Methoden Krankheiten zu heilen vorgaben. Oder Schwindler und Hochstapler, die den Anschein erwecken wollen, mehr erreicht zu haben oder mehr Bedeutung zu haben, als es tatsächlich der Fall ist. Auch Betrüger, die andere Menschen um ihr Vermögen bringen wollen, verbreiten bewusst falsche Informationen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass ihr einziges Ziel ihr eigener Vorteil ist.

Besonders tückisch ist das Gaslighting. Es verbindet die Lüge mit gezielter Manipulation. Es ist daher als eine Form des systematischen, emotionalen Missbrauchs einzuordnen. Beim Gaslighting haben falsche Informationen das Ziel, ein Opfer dazu zu bringen, dass es seiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr glaubt. Das kann so weit gehen, bis ein Opfer an seinem eigenen Verstand und seiner psychischen Gesundheit zweifelt. Auch hier lohnt sich die Frage, welchen Vorteil verschafft sich die Person, die die Tat begeht, durch ihr Gaslighting. Im Zweifel sollten sich Betroffene an eine Vertrauensperson wenden und sich mit Beratung oder Coaching Unterstützung holen. Schließlich kann Gaslighting überall vorkommen: in der Familie, zwischen Geschäftsleuten, unter Kollegen oder im Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden.

Die Glaubwürdigkeit von Quellen

Wenn wir wissen, wer hinter einer Information steckt, können wir einschätzen, wie zuverlässig sie sein könnte. Kennen wir die Person oder Organisation gut und haben die Erfahrung gemacht, dass ihre Informationen sich als richtig erwiesen haben, werden wir ihnen eher glauben. Aber was ist mit Informationen von Quellen, die wir nicht kennen?

Um Verlässlichkeit zu prüfen, müssen wir die Quelle hinterfragen: Gibt es weitere seriöse Quellen, die die selbe Information haben? Bloße Meinungen zählen dabei nicht und ein YouTube-Video ersetzt natürlich auch nicht die Lektüre von Fachzeitschriften.

Oft erreichen uns Informationen von Quellen, die wir nicht kennen, über die sozialen Medien. Wer steckt dahinter? Wenn sich diese Frage nicht klären lässt, lässt sich auch nicht abschätzen, welchen Vorteil sich die Person erhofft, die die Nachricht verbreitet. Wir sollten sie also besser ignorieren, um nicht selber Schaden zu nehmen.

Damit eine Quelle glaubwürdig ist, sollte sie darüber hinaus unterschiedliche Blickwinkel auf ein Thema enthalten. Dazu gehören auch die damit verbundene Unsicherheiten. Denn je komplexer eine Fragestellung ist, desto unwahrscheinlicher ist eine einfache Wahrheit.

Informationen aktuell halten

Wir müssen unseren Informationsspeicher regelmäßig „aufräumen“, um nicht auf Falschinformationen hereinzufallen oder an veralteten Informationen festzuhalten. Damit ist gemeint, dass wir immer wieder kritisch prüfen müssen: Sind unsere Erklärungen und Modelle der Welt noch sinnvoll? Messen wir unseren Informationen die richtige Bedeutung zu? Und natürlich müssen wir uns auch fragen, ob es eine bessere Erklärung für die Dinge gibt. Schließlich schaffen nur zuverlässige Informationen echte Sicherheit.